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Erste Schritte mit ZFS auf Linux Ubuntu 20.04 LTS

Ich habe schon länger mit ZFS (an der Oberfläche) zu tun, da ich Privat ein FreeNAS einsetze. Jetzt wollte ich ZFS mal auf Linux einsetzen und testen und was soll ich sagen: Ich bin begeistert!

Dieser Blogeintrag soll einen ersten Einstieg bieten und für mich als Dokumentation dienen ;).

Warum ZFS? Ich habe mir in der Hetzner-Serverbörse einen kleinen Storage-Server für eine Nextcloud geklickt:

  • 2x SSD 512GB (Für Betriebssystem, Webserver und die Nextcloud-Daten)
  • 2x HDD 3TB (Für die abgelegten Daten der Nextcloud)

Installation Grundsystem

Das Grundsystem ist ein Standard Ubuntu 20.04 LTS, welches auf den SSDs (in einer RAID0 Konfiguration) installiert wurde.

Installation und Konfiguration ZFS

Erst mal ZFS installieren:

apt install zfsutils-linux

Nun möchte ich die zwei HDDs (/dev/sda und /dev/sdb) als zfs-mirror installieren:

zpool create storage mirror /dev/sda /dev/sdb

Fertig :). Ab jetzt kann man den Mirror unter /storage/ verwenden.

Da ich den Server zusammen mit ein paar Freunden verwende, möchte ich jedem sein eigenes Dataset. Dataset ist der generische Begriff für ein ZFS-Dateisystem, Volume, Snapshots oder Klone. Jedes Dataset besitzt einen eindeutigen Namen in der Form poolname/path@snapshot. Die Wurzel des Pools ist technisch gesehen auch ein Dataset (Weitere Infos: https://www.freebsd.org/doc/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/zfs-term.html)

zfs create storage/[name]

Anstelle von [name] einfach den jeweiligen Namen des Datasets angeben. Jetzt kann optional noch die Kompression aktiviert werden:

zfs set compression=lz4 storage/[name]

lz4 Compression kann ohne größere Geschwindigkeitsverluste für Lesen/Schreiben (bei modernen CPUs) eingesetzt werden. Die Anzeige der Compression-Ratio kann über folgenden Befehl erreicht werden:

zfs get compression,compressratio storage/[name]

Jeders Dataset soll eine quota bekommen:

zfs set quota=1G storage/[name]

Fertig ist die Config. Weitere Informationen könnt ihr hier finden: https://www.42u.ca/2016/11/23/zfs-cheat-sheet/#:~:text=Dataset%20%E2%80%93%20This%20is%20the%20file,on%20top%20of%20the%20zpool.&text=If%20you%20were%20to%20think,you%20would%20use%20a%20zvol.

Automatischen Scrub aktivieren

Bei einem ZFS scrub werden die Festplatten auf Fehler geprüft und eventuelle defekte Dateien repariert. Man sollte den Scrub regelmäßig (etwa einmal im Monat durchführen). Dazu einfach einen einen Eintrag in die Crontab (crontab -e) schreiben:

0 2 1 * * /sbin/zpool scrub files

Der Status des letzten Scrub ist über den Befehl

zpool status

zu erhalten.

Wireguard Logo

Wireguard als Ersatz für openVPN auf Ubuntu 20.04 LTS und Arch Linux

Hallo Zusammen,

da mein openVPN in letzter Zeit performance-Probleme zeigt, habe ich mich dazu entschlossen mir mal Wireguard anzusehen.

Ich persönlich benötige openVPN um all meine Server und Maschinen zu erreichen. Manche davon befinden sich hinter Firewalls oder NAT und openVPN hat da eigentlich schon die perfekte Lösung parat. Da aber jeder von Wireguard schwärmt, wollte ich mir das mal ansehen und was soll ich sagen? Es ist wirklich wirklich einfach!

Das Setup

Was möchte ich erreichen?

+---------+
|         |
|   C01   +--------------------+
|         |                    |
+---------+                    |
                               |
+---------+               +----+----+
|         |               |         |
|   C02   +---------------+   S/C   |
|         |               |         |
+---------+               +----+----+
                               |
+---------+                    |
|         |                    |
|   C03   +--------------------+
|         |
+---------+

Mehrere Clients (C01-C0*) mit variablen oder festen IP-Adressen sollen mit einem Server (S/C) kommunizieren, der eine feste IP-Adresse hat. Der Server ist Server als auch Client, aber dazu komme ich später.

Die Installation

Dieser Schritt ist auf allen Clients als auch Server identisch:

#Ubuntu
apt install wireguard

#Arch
pacman -S wireguard-tools

Das war auch schon die installation. Tatsächlich ist wireguard sehr schlank.

Die initiale Konfiguration

Jeder Client oder Server bei Wiregard bekommt einen Public und Private-Key. Das Key-Paar muss für alle Clients un Server erstellt werden. Dazu auf jedem System mit root in das Verzeichnis /etc/wireguard/ wechseln und folgenden Befehl ausführen:

umask 077 $ wg genkey | tee private.key | wg pubkey > public.key

Bei diesem Befehl werden mit wireguard die keys generiert und die Dateien private.key und public.key geschrieben. Nur root sollte darauf Zugriff haben. Die Quelle für diesen Befehl: https://manpages.debian.org/unstable/wireguard-tools/wg.8.en.html

Die Server Konfiguration

Eine genauere Eklärung zur Konfiguration folgt weiter unten. Auf dem Server muss zunächst das Interface für den Server definiert werden (der [Interface]-Part). Dort wird die private IP-Adresse des Servers, der Private-Key des Servers und weitere Einstellungen wie Port, etc. definiert.

Anschließend muss für jeden Client, der jeweilige Public-Key dem Server bekannt gemacht werden und die IP-Adresse des Clients definiert werden.

ACHTUNG: Der wireguard-Dienst darf bei einer Konfigurations-Änderung nicht laufen und sollte vorher mit systemctl gestoppt werden. Wenn ihr die Anleitung das erste mal durcharbeitet, ist der Server nocht nicht gestartet. Das gilt nur für jede Änderung die ihr nach dem Starten durchführt.

Erstellt die Datei /etc/wireguard/wg0.conf (root:root) mit folgenden Einträgen (natürlich eure einstellungen anpassen:

# Einstellungen für Server S/C
[Interface]
# Private IP-Adresse des Servers
Address = 10.10.0.1
SaveConfig = true
ListenPort = 41194
# Private-Key des Servers (statt ... den PrivateKey-Eintagen)
PrivateKey = ...
# IP-Forwarding innerhalb des VPNs
PostUp = sysctl net/ipv4/conf/%i/forwarding=1

# Einstellunge für Client C01
[Peer]
# Public-Key des Clients, statt ... den Public-Key des Clients eingeben
PublicKey = ...
AllowedIPs = 10.10.0.2/32

# Einstellungen für Client C02
[Peer]
# Public-Key des Clients, statt ... den Public-Key des Clients eingeben
PublicKey = ...
AllowedIPs = 10.10.0.3/32

# Einstellungen für Client C03
[Peer]
# Public-Key des Clients, statt ... den Public-Key des Clients eingeben
PublicKey = ...
AllowedIPs = 10.10.0.4/32

Für jeden weiteren Client muss lediglich ein weiterer [Peer]-Block mit den entsprechenden Keys/IPs definiert werden.

Hinweis: Das erstellte Interface wird den Namen der Konfigdatei haben. In unserem Fall also wg0.

Nun den Server starten:

systemctl enable wg-quick@wg0
systemctl start wg-quick@wg0.service

Die Client Konfiguration

Die Client-Konfiguration ist ähnlich zur Server-Konfiguration und sogar noch etwas einfacher.

Beim [Interface]-Part muss der Private-Key des Client eingetragen werden und die zu verwendende IP-Addresse.

Beim [Peer]-Part muss jetzt die Konfiguration de Servers angegeben werden. Also Endpoint (kann die feste öffentliche IP des Servers sein, egal ob ipv4 oder ipv6 oder eine Domain).

Auf allen Clients mit root die Datei /etc/wireguard/wg0.conf mit folgendem (ähnlichen) Inhalt anlegen:

# Einstellungen für Client C02
[Interface]
# Private-Key des Clients, statt ... den Private-Key des Clients eingeben
PrivateKey = ...
Address = 10.10.0.3/32

[Peer]
# Public-Key des Servers, statt ... den Public-Key des Servers eintargen
PublicKey = ...
AllowedIPs = 10.10.0.0/24
# Die feste IP bzw. Domain des wireguard-Servers
Endpoint = vpn.deinedomain.de:41194
PersistentKeepalive = 15

Auch hier wieder den Service starten:

systemctl enable wg-quick@wg0
systemctl start wg-quick@wg0.service

Fertig!

Test der Verbindung

Wenn keine Fehler fallen, solltet sich jetzt alle Server und Clients gegenseitig pingen können. Das Interface wird nach einem Neustart automatisch gestartet.

Erklärung der Konfiguration

Nun zur genaueren Erklärung der Konfiguration.

Der PostUP-Part beim Server

Dieser ist nötig, damit sich die Clients und Server gegenseitig sehen. Es handelt sich hierbei um das standard IP forwarding von Linux. In diesem Fall nur für das Interface „%i“ (%i wird automatisch durch den Interface-Namen ergänzt) in unserem Fall wg0.

AllowedIPs

Euch ist sicher aufgefallen, dass sich das Subnet für AllowedIPs beim Server und beim Client unterscheiden. Dies liegt darn, dass AllowedIPs beim Server und beim Client leicht unterschiedlich verwendet wird.

Auf dem Server verhält sich AllowedIPs wie ein Router und gibt an, wohin traffic geroutet werden soll. Es reicht daher /32 (also genau eine IP).

Auf dem Client verhält sich AllowedIPs wie eine access controll Liste. Wenn das Netzwerk dort nicht gelistet ist, wird der ankommende traffic einfach ignoriert. Daher haben wir hier /24 definiert. Es wird also alles von 10.10.0.* akzeptiert.

Tableiste bei Thunderbird in die Titelleiste/Topleiste verschieben (Ubuntu Gnome)

Halli Leute,

gerade wer einen kleinen Bildschirm hat (Laptop) wird die Situation kennen. Einige Programme verwenden viel zu viel Platz. Besonders aufgefallen ist mir das bei Gnome mit Ubuntu. Ich habe mir seit langem mal wieder eine neue Version angetan und bin gerade dabei diese zu optimieren.

Problem

Bei Thunderbird wird die Tableiste platzverschwendend unter der Menübar angezeigt. Dies ist (zumindest in Windows und anderen Betriebssystemen) über die Einstellung (about:config) „mail.tabs.drawInTitlebar:true“ möglich. Leider wird diese Einstellung aber mit Gnome ignoriert.

Bildschirmfoto vom 2014-10-08 11:44:42

 

Lösung

Abhilfe schafft hier folgende Erweiterung: https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/htitle/

Einfach installieren und schon sieht es deutlich aufgeräumter aus:

Bildschirmfoto vom 2014-10-08 13:25:44

 

Zwar werden die Tabs nicht in die Titelbar verschoben, aber diese verschwindet einfach komplett. Ich bin mit dieser Lösung zufrieden und hoffe euch damit helfen zu können.

Übrigens: Wie es mit Chrome funktioniert habe ich hier geschrieben: Chromium Browser: Tabs in Titelleiste verschieben